Industrie 4.0- Die vierte industrielle Revolution

 

Die industrielle Produktion befindet sich im Wandel. Der Begriff „Industrie 4.0“ steht dabei für einen Marketingbegriff der Bundesregierung und bezieht sich auf die Auswirkungen der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Alternativ ist hier auch von dem „Internet der Dinge“ die Rede.

Sogenannte „Smart Factories“ verknüpfen die Produktion mit modernen Informations- und Kommunikationstechniken. Beispielsweise können dabei Produktionsteile Informationen über die Verarbeitung enthalten, sodass die produzierende Maschine in einer Produktionslinie die unterschiedlichsten Produktvarianten herstellen kann.

Im Service Bereich sind auch zahlreiche Optimierungen möglich. So weisen Drucker auf kritische Patronenbestände hin und bestellen diese automatisch nach. Auch Hinweise auf Instandhaltung und Wartungsarbeiten können über alle möglichen Maschinen vermittelt werden.

Ziel der „vierten industriellen Revolution“ ist es eine global ausgerichtete Infrastruktur zu schaffen und die Produktion hinsichtlich Produktionskosten und Ressourceneinsatz weiter zu optimieren. Die Verknüpfungsmöglichkeiten durch das Internet haben dabei in den letzten Jahren immer weiter auch die industrielle Fertigung erreicht.

 

Geschichtlicher Hintergrund

Um die industrielle Entwicklung zu verstehen und deren rasantes wirtschaftliches Wachstum nachvollziehen zu können sollte man zunächst Schritt für Schritt die einzelnen Entwicklungsetappen betrachten.

Die erste industrielle Revolution:

Nennenswert für die industrielle Entwicklung ist die erste Phase, die sogenannte erste industrielle Revolution, welche sich Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte und erste Innovationen brachte.

Prägend waren die ersten Massenproduktionen mit Hilfe von Maschinen, die anfangs noch durch den Menschen und später durch Wasser- und Dampfkraft angetrieben wurden. Die Transportmöglichkeiten wurden durch den infrastrukturellen Ausbau des Eisenbahnnetzes erweitert, wobei durch die Schwerindustrie neue Arbeitsplätze in den Fabrikhallen geschaffen worden sind.

 Die zweite industrielle Revolution: 

Anfang des 20. Jahrhunderts begann die nächste Phase der industriellen Entwicklung. Dabei hatte der Einsatz der Elektrizität besonderen Einfluss auf die Fließbandproduktion. Maschinen in den Fabrikhallen wurden nun hauptsächlich von Motoren betrieben. Die Transportmöglichkeiten erweiterten sich durch die Luftfahrt und Schiffe, die die Weltmeere überquerten, sodass die Anfänge der Globalisierung eingeleitet wurden. Automobile, Kleidung oder Lebensmittel wurden erstmals über Kontinente hinweg transportiert.

Die dritte industrielle Revolution:

Dieser Umbruch hatte wohl den größten Einfluss auf uns alle, welcher Mitte des 20. Jahrhunderts begann und den umfassendsten Kontrast zu den Anfängen der ersten industriellen Revolution bietet. Durch die Digitaltechnik und Computer befinden wir uns heute in einer digitalen Welt, in der die Menschen über soziale Netzwerke und neue Kommunikationstechnologien miteinander kommunizieren. Die zunehmende Tertiärisierung, also der Bedeutungsgewinn des Dienstleistungssektors, lässt sich auf die digitalen Entwicklungen zurückführen, wobei die Arbeitsplätze in den Fabrikhallen größtenteils durch Maschinen übernommen wurden.

 

Grundlagen der Industrie 4.0

Die Industrie 4.0 beziehungsweise das „Internet of Things“ (IoT) bietet die Möglichkeit der Vernetzung intelligenter Objekte, wobei es sich dabei um vielfältige Ausrichtungen handeln kann. Egal ob der eingangs beschriebene Drucker oder Werkstücke, die ihren Standort vermitteln. Der Informationsaustausch von Maschinen und weiteren technischen Objekten macht eine optimal abgestimmte Prozessplanung und effizienten Ressourceneinsatz möglich.

Grundlegend ist hierbei die „RFID-Technologie“. Dadurch wird gewährleistet das Geräte und Waren über Strich- oder 2D-Codes eine eigene Identifikation erhalten. Zusätzlich sorgen integrierte Sensoren dafür, dass reale Zustände erfasst werden. Mittels Aktoren können auf die wahrgenommenen Zustände reagiert werden.

Integriert werden die neuen Technologien in sogenannten „Smart Factories“, die sich den Herausforderungen der industriellen Produktion stellen. Dazu gehört beispielsweise die Notwendigkeit Ressourcen zu sparen oder die steigende Nachfrage nach individualisierbaren Produkten. Dank der „RFID-Technologie“ kommunizieren jetzt nicht nur Maschinen, sondern auch Werkstücke untereinander. Fertigungsanlagen sind so beispielsweise mit Diagnosesystemen ausgestattet, wodurch sich die Maschine für eine nötige Inspektion von selbst meldet.

Der kontinuierliche Austausch von Daten in der Smart Factory optimiert zusätzlich die Wertschöpfungskette. Diese steuert sich in Zukunft selbst. Möglich ist das durch die Digitalisierung, welche den Datenaustausch innerhalb und zwischen Unternehmen erleichtert. Die Kontrollmöglichkeiten in der Produktion werden durch die Vernetzung aller beteiligten Komponenten erweitert, wodurch aus diesen Daten der optimale Datenfluss ermittelt wird.

Daten werden aber nicht nur zwischen Unternehmen, sondern auch unter Maschinen ausgetauscht. Man bezeichnet diese Kommunikation als „Machine to Machine Kommunikation“ (M2M). Interne Prozesse und Produktionen werden dadurch optimiert, wobei vor allem die Effizienz erhöht wird. So kann beispielsweise durch „M2M“ die Fernwartung von Produktionsanlagen durchgeführt werden, wodurch Ausfälle minimiert werden.

In unserem Alltag ist diese Art der Kommunikation bereits auf vielfältigen Einsatzgebieten aktiv, beispielsweise in Form eines Stromzählers oder einer Alarmanlage.

 

Potenziale

Für Deutschland soll die neue industrielle Entwicklung zukünftige Entwicklungspotenziale schaffen, welche teilweise schon heute zur Anwendung kommen.

Das Bild der klassischen deutschen Fabrik hat sich seit der ersten industriellen Revolution vor 200 Jahren enorm gewandelt. Menschen werden hauptsächlich zur Instandhaltung der Maschinen eingesetzt, wobei die Produktion maschinell geschieht.

In der Fabrik der Industrie 4.0 koordinieren intelligente Maschinen Fertigungsprozesse, organisieren selbstständig Logistik- und Transportvorgänge oder bieten zahlreiche Service Leistungen. Die Vernetzung reicht dabei über Unternehmensgrenzen hinweg und beeinflusst alle möglichen Akteure der Wirtschaft.

Als Herausforderung gilt es den wachsenden Datenfluss durch die Digitalisierung der Industrie zu koordinieren. Es entstehen neue Schnittstellen zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, sodass alle Akteure frühzeitig in den Prozess eingebunden werden sollten.

Das Potenzial der sich abzeichnenden Entwicklung in der Industrie ist neben der unternehmensunabhängigen Verknüpfung in der Wirtschaftlichkeit zu sehen. Die Lebensphase eines Produktes wird von der Entwicklung über die Fertigung und Nutzung bis hin zum recyclen bestimmt, wodurch die Wertschöpfungskette optimiert wird.

Des Weiteren können Produkte individuell an den jeweiligen Kunden angepasst werden. Als Beispiel: Sportschuhe mit maßgeschneiderter Sohle oder ein pass genaues und individuell gestaltetes Möbelstück.

Der Einsatz digitaler Technologien wird eine Vielzahl an neuen Geschäftsmodellen und Produkten zum Vorschein bringen. Diesbezüglich ist die anfangs erwähnte Ausrichtung der Produktionslinien zu nennen. Eine Produktionslinie muss nicht mehr auf ein Produkt festgelegt werden, wodurch ein vielfältiges Produktangebot entsteht.

 

Fazit

Digitale Technologien erreichen schon heute die industrielle Fertigung, wobei diese in Zukunft weitere Entwicklungspotenziale schaffen werden.

Unternehmens- und branchenübergreifend entstehen neue Schnittstellen in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, wodurch die Koordination des Datenflusses als zukünftige Herausforderung anzusehen ist.

Insgesamt trägt die Industrie 4.0 zu zahlreichen Optimierungs- und Anpassungsprozessen in der industriellen Produktion bei. Schonender Ressourceneinsatz sowie niedrigere Produktionskosten sind die beiden Hauptvorteile, welche aus der neuen Arbeitsweise von Maschinen hervorgehen. Die digitalen Verknüpfungsmöglichkeiten erweitern sich also nicht nur in unserem Privatleben, sondern gehen seit geraumer Zeit auch auf die industrielle Produktion über.

 

 

 

 

 

Smart Home- Apple „HomeKit“ als zentrale Steuereinheit

 

In unserem Grundlagenartikel haben Sie bereits erste Informationen bezüglich des Themas „Smart Home“ erhalten. Dabei ist die Idee hinter einem intelligent vernetzten Zuhause  revolutionär:

Nach einem anstrengenden Arbeitstag betreten Sie ihr Haus bzw. Ihre Wohnung und die miteinander verknüpfte Haustechnik schafft Ihnen automatisch die bestmögliche Atmosphäre. Die Heizung ist bereits auf die eingestellte Wohlfühltemperatur hochgefahren und sobald Sie das Wohnzimmer betreten stellt sich das optimal gedimmte Licht ein, wobei Sie per Sprachbefehl die passende Musik für das Abendessen abspielen können und somit alleine durch die Geräte der Haustechnik eine gemütliche und vor allem individuell angepasste Atmosphäre schaffen können.

Doch wie können die Geräte verschiedener Hersteller herstellerübergreifend miteinander kommunizieren?

In diesem Artikel erhalten Sie weitere Informationen bezüglich der Vernetzung der einzelnen Geräte der Haustechnik durch Apples Smart Home Lösung „HomeKit“. Dadurch können Sie die einzelnen smarten Geräte über eine einzige App zentral steuern und sind nicht mehr auf verschiedene Apps der jeweiligen Hersteller angewiesen. Zudem bietet Apple auch eine Lösung für die Steuerzentrale, welche das Herzstück des Systems darstellt und Ihnen auch einen weltweiten Zugriff ermöglicht.

 

Apple „HomeKit“ als zentrale Steuereinheit

Apple bietet schon seit September 2014 und der einhergehenden Softwareversion „IOS 8“ mit „HomeKit“ eine zentrale Steuereinheit für die Funktionsbereiche der Haustechnik.

Anfangs hatte die neue Technologie Schwierigkeiten an Fahrt aufzunehmen. Doch durch IOS 11 will der Hersteller einiges ändern. Die Geräte sollen effizienter miteinander kommunizieren, wobei durch mildere Zulassungsvoraussetzungen immer mehr Hersteller neue Produkte „HomeKit“ kompatibel machen können.

Die grundlegende Koordinierung durch „HomKit“ erfolgt über die seit IOS 10 vorinstallierte „Home“ App, welche sozusagen die Fernbedienung des intelligent vernetzten Hauses ist. Smarte Haushaltsgeräte werden dort hinzugefügt, wobei sich automatisierte Vorgänge nach dem eigenen Zeitplan richten.

So können zahlreiche Vorgänge der verbundenen Geräte bequem per Smartphone koordiniert werden, alternativ sind Sie durch Apples Sprachassistentin „Siri“ auch in der Lage Befehle verbal auszuführen.

Die Besonderheit an „HomeKit“ ist, dass es grundsätzlich ohne Hub (Steuereinheit) funktioniert und somit die Anschaffung eines zusätzlichen Gerätes nicht notwendig ist, solange Sie die Technik nur Zuhause im eigenen WLAN nutzen.

Jedoch ist für die Fernsteuerung von unterwegs aus eine Steuerzentrale notwendig. Diese kann wahlweise durch den HomePod, ein Apple TV 4K beziehungsweise ein Apple TV (4. Generation/3.Generation) oder ein iPad mit mindestens IOS 10.3. hinzugefügt werden. Voraussetzung ist, dass die Steuerzentrale und die „HomeKit“ kompatiblen Geräte im selben Netzwerk verbunden sind.

Gerade für das Sicherheitssystem ist eine Steuerzentrale Voraussetzung, da Sie als Nutzer schließlich auch von unterwegs aus die Kontrolle über Ihre Überwachungskamera haben wollen.

Hinzuweisen ist noch darauf, dass ein Apple TV der dritten Generation keine automatisierten Vorgänge unterstützt. Für Automationen wird ein Apple TV der vierten Generation mit tvOS10 oder neuer benötigt.

 

„Wenn Dann Szenarien“

Sobald Sie Ihre Zentrale eingerichtet haben können Sie ihre Hauselektronik nach Belieben automatisieren und sogenannte „Wenn Dann Szenarien“ erstellen. Das Licht wird beispielsweise bei Verlassen des Hauses automatisch ausgeschaltet oder die Heizthermostate sorgen dafür, dass zu einer bestimmten Uhrzeit die Wunschtemperatur  erreicht wird.

Natürlich können Sie auch Berechtigungen an weitere Personen im Haushalt erteilen, wodurch Sie die automatisierten Vorgänge im Haus dem individuellen Zeitplan anpassen können.

Hilfestellungen bezüglich Einrichtung der zentralen Steuereinheit sowie das Erstellen von automatisch ablaufenden Szenen in der „Home“ App erhalten Sie unter: https://support.apple.com/de-de/HT207057

 

Kompatible Geräte

Beachten sollten Sie vor dem Kauf smarter Haushaltsgeräte, dass diese „HomeKit“ kompatibel sind und somit problemlos in das Netzwerk integriert werden können. Geräte ohne „HomeKit“ Unterstützung können über ein „Gateway“ Produkt, wie zum Beispiel einen Hub in den Haushalt integriert werden. Der Hub stellt dann die Verbindung zwischen dem entsprechenden Gerät und Apples „HomeKit“ her.

Einige namhafte Hersteller für Produkte aus den einzelnen Bereichen der Haustechnik haben bereits ein ausgeprägtes Angebot an „HomeKit“ kompatiblen Geräten.

Die folgende Übersicht stellt Produkte aus den wichtigsten Bereichen der Haustechnik vor, die „HomeKit“ kompatibel sind. Vorteilhaft ist, dass Sie alle Funktionen zentral per „Home“ App oder über Apples Sprachassistentin „Siri“ steuern können und somit herstellerübergreifend ein einwandfrei vernetztes Zuhause schaffen.

Lichtregulierung – Philips Hue Bridge 2.0:

  • Quadratische Philips Hue Bridge
  • verknüpft Philips Hue-Leuchten mit der „HomeKit“ Technologie
  • zeitlich festgelegter Zeitplan für optimale Lichtverhältnisse
  • flexible Einteilung der Lampen in Räume und Gruppen
  • Szenen können raumübergreifend erstellt werden

Heizung – Elgato Eve Heizkörperthermostate:

  • Automatisierte Temperaturregulierung durch smarte Heizkörperthermostate
  • Raumabhängige Zeitpläne sorgen für Wohlfühltemperaturen zum Wunschzeitpunkt
  • Automatisches Aufheizen bei Betreten bzw. Abkühlen bei Verlassen des Hauses
  • LED-Display als übersichtliche Temperaturanzeige

 

Sicherheitssysteme – Honeywell Lyric Controller:

  • Kontrolle über integrierte Geräte (Thermostate, Kameras, Lichter,..)
  • Ansprechendes Design (geeignet für Anbringung an der Wand)
  • Bedienung über Touchpad oder verbal per Stimme

 

Die hier genannten Geräte erfassen nur drei Bereiche der Haustechnik. Neben Licht- und Heizungsregulierung sowie einem zentralen Sicherheitssystem gibt es aber noch zahlreiche weitere Funktionsbereiche, die Sie durch smarte Geräte in der Haustechnik abdecken können.

So können Sie beispielsweise bezüglich erweitertem Komfort smarte Jalousien in Ihr Schlafzimmer integrieren, um diese Ihrem täglichen Rhythmus entsprechend anzupassen und zusätzlich Energie zu sparen.

Hier finden Sie eine ausführliche Auflistung der „HomeKit“ kompatiblen Geräte, welche von smarten Heizkörperthermostaten über Sicherheitssysteme bis hin zu Garagenöffnungssystemen reicht: https://www.apple.com/de/ios/home/accessories/

 

Fazit:

Eine zentrale Steuereinheit ist für ein herstellerübergreifendes und einwandfrei funktionierendes „Smart Home“ Voraussetzung. Apple bietet diesbezüglich mit „HomeKit“ eine optimale Lösung. Wenn Sie über Apple Geräte verfügen, profitieren Sie maßgeblich von der Technologie.

Nachdem Sie die zentrale Steuereinheit durch einen Apple TV, ein iPad oder den neuen HomePod eingerichtet haben, können Sie über die „Home“ App Ihre smarten Haushaltsgeräte hinzufügen und automatisierte Vorgänge jederzeit auch von unterwegs ausführen.

Apples Sprachassistentin „Siri“ steht Ihnen für die Kommunikation mit den einzelnen Geräten jederzeit zur Seite.

Als Resultat können Sie nach einem stressigen Arbeitstag die ausgeklügelte Konnektivität der Haushaltsgeräte genießen. Das Licht ist optimal gedimmt, die Wohlfühltemperatur im Wohnzimmer erreicht und die passende Musik kann per Sprachbefehl sofort aktiviert werden. Durch diese ansprechende Haustechnik starten Sie entspannter und ausgeglichener in den nächsten Arbeitstag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wärmepumpen als nachhaltige Wärmeerzeuger

Wärmepumpen entziehen der Umwelt Wärmeenergie, um diese anschließend für das Heizsystem bereitzustellen. Als Wärmequelle kommen die Umgebungsluft, das Grundwasser und das Erdreich in Frage.

Nach dem Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz aus dem Jahr 2009 muss der Wärmebedarf für neu zu errichtende Gebäude anteilig durch erneuerbare Energiequellen gedeckt werden, wodurch die fossilen Ressourcen geschont werden und im Interesse des Klimaschutzes gehandelt wird.

Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten können Sie sich zwischen unterschiedlichen Varianten der Wärmepumpe entscheiden. Neben der Luft- und Erd-Wärmepumpe besteht zudem die Möglichkeit das Grundwasser als Energiequelle zu nutzen. Im Weiteren Verlauf wird Ihnen die grundlegende Funktionsweise der Systeme erklärt sowie auf die einzelnen Vor- und Nachteile der Wärmepumpen eingegangen.

Durch diese Informationen können Sie abschließend persönlich entscheiden, ob  für Sie ein Umstieg von herkömmlichen Öl- oder Gasbetriebenen Heizsystemen, auf eine Wärmepumpe interessant ist.

 

Funktionsweise

Bevor die einzelnen Systeme miteinander verglichen werden sollten Sie die grundlegende Arbeitsweise einer Wärmepumpe verstehen.

Das Funktionsprinzip ist dabei unabhängig von der Wahl der jeweiligen Wärme-quelle. Egal ob Erdwärmepumpe, Luftwärmepumpe oder Grundwasser-Wärmepumpe. Wie bereits oben erwähnt entziehen sie ihrer jeweiligen Wärmequelle ein Teil der Wärmeenergie und verwenden diese zum Erwärmen des Heiz- und Brauchwassers.

Ausgangspunkt ist ein flüssiges Kältemittel, welchem im sogenannten Verdampfer Umweltenergie übertragen wird und dadurch verdampft. Weil die aufgenommene Wärmemenge technisch noch nicht nutzbar ist, wird das gasförmige Kältemittel durch einen Kompressor (Kolben- oder Scrollverdichter) verdichtet. Dadurch hebt sich das Temperaturniveau des gasförmigen Kältemittels, wobei es nun zum sogenannten Verflüssiger gelangt und kondensiert, wodurch es Wärme abgeben kann. Anschließend kommt das flüssige Kältemittel zu einer Drossel, in der der Druck verringert wird. Das Kältemittel kehrt zum Verdichter zurück und der Vorgang kann wieder von vorne stattfinden.

Auf Grundlage dieses Prozesses kann das Wärmeverteil- und Speichersystem durch das Heizmedium Wasser, die durch das Kältemittel im Verflüssiger abgegebene Wärme nutzen, um das entsprechende Gebäude zu beheizen.

 

Energiequellen

Die Wahl der Energiequelle entscheidet über die jeweiligen Stärken und Schwächen der Anlage.

1.  Erdwärmepumpen:

Wie der Name schon vermuten lässt nutzen Erdwärmepumpen die im Boden gespeicherte Wärme als Energiequelle. Sie werden auch als Sole-Wasser-Wärmepumpe bezeichnet, weil die sogenannte Soleflüssigkeit der Wärmepumpen zur Wärmegewinnung notwendig ist. Diese Flüssigkeit besteht aus Wasser und Frostschutzmittel. Sie ist für die Wärmeverteilung von der Erdwärmesonde zur Wärmepumpenanlage zuständig.

Generell unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Ausrichtungen von Erdwärmepumpen.

  • Tiefenbohrung:

Bei dieser Variante werden Bohrungen bis zu 100 Meter Tiefe ausgeführt, wobei in die Bohrlöcher Erdsonden eingebracht werden durch die die Soleflüssigkeit fließt. Die Flüssigkeit wird nun durch das Erdreich erwärmt und in den Verdampfer der Wärmepumpe geleitet, dort beginnt dann der Wärmepumpenprozess seinen Kreislauf.

Die Erdwärmesonden befinden sich später in einem Schacht und benötigen wenig Platz an der Oberfläche. Die Kosten für die Bohrung sind abhängig von der Bodenbeschaffenheit vor Ort. Zudem benötigen Sie eine Genehmigung der zuständigen Behörde für die Bohrung.

 

  • Erdkollektoren:

Diese Variante empfiehlt sich insbesondere bei teuren Bohrarbeiten auf schwierigen Untergründen. Dabei werden Leitungen in unterschiedlichen Ausführungsvarianten (Körbe oder Flächenkollektoren) in 1,5-3 Metern verlegt. Die Erdwärmekollektoren werden somit auf großer Fläche in geringer Tiefe verlegt und erbringen die Wärmeleistung durch ein großes Volumen.

 

2. Grundwasserwärmepumpen:

Bei den Grundwasser-Wärmepumpen werden Brunnenbohrungen durchgeführt über die der Wärmeaustausch stattfindet. Die Jahresmitteltemperatur des Grundwassers beträgt 8°C, wodurch eine effiziente Nutzung möglich ist.

 

3. Luftwärmepumpen:

Luft-Wasser-Wärmepumpen beziehen ihre Wärmeenergie aus der Umgebungsluft. Die Außenluft wird dabei über große Ventilatoren zu dem Verdampfer geführt, wo das Kältemittel dann die Wärme aufnimmt.

Vor- und Nachteile der jeweiligen Anlage

 

Vorteile Nachteile
Erdwärmepumpen  

+hoher Wirkungsgrad

+ weniger Stromverbrauch für Kompressor durch höhere Temperatur der Wärmequelle

+geringe Geräuschentwicklung

+keine Lärmbelästigung im Außenbereich

+geringe Temperaturschwankungen der Wärmequelle

 

Genehmigung erforderlich

Effizienz abhängig von Bodenbeschaffenheit

hohe Erschließungskosten (Erdbohrungen)

Grundwasser-wärmepumpen  

+hoher Wirkungsgrad

+geringe Geräuschentwicklung

+weniger Stromverbrauch durch höhere Temperatur der Wärmequelle

+geringe Temperaturschwankungen des Grundwassers

 

hohe Erschließungskosten

Genehmigung erforderlich

Abhängig von Bodenbeschaffenheit

hoher Stromverbrauch für Pumpenleistung des Brunnens

 

Luftwärmepumpen  

+einfache Wartung

+Betrieb an jedem Standort möglich

+keine Genehmigung nötig

+geringere Anschaffungskosten

 

 

erhöhter Stromverbrauch für Kompressor (bspw. durch kalte Luft im Winter)

geringerer Wirkungsgrad

erhöhte Geräuschentwicklung

 

Fazit

Wärmepumpen sind aufgrund ihrer umweltschonenden Betriebsweise und hohen Energieeffizienz sowohl für das Heizen in Neubauten als auch für die energetische Sanierung bereits bestehender Gebäude bestens geeignet. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet in diesem Zusammenhang Förderungen für Wärmepumpen an. Unter folgendem Link bekommen Sie weiterführende Informationen zu Voraussetzungen und Umfang der Fördermaßnahmen: http://www.bafa.de/DE/Energie/Heizen_mit_Erneuerbaren_Energien/Waermepumpen/waermepumpen_node.html

In Bezug auf die Wahl der jeweiligen Energiequelle (Erde,Wasser,Luft) sind die individuellen Gegebenheiten und finanziellen Mittel entscheidend. Wenn Sie in einem dichtbesiedelten Wohngebiet leben ist aufgrund der hohen Geräusch-entwicklung von der Außenaufstellung einer Luftwärmepumpe abzuraten, wohingegen Sie bei Erdwärmepumpen und Grundwasserwärmepumpen an die Genehmigung und die höheren Erschließungskosten denken müssen.

Insgesamt bieten alle drei Varianten der Wärmepumpe eine energieeffiziente und ökologisch nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Öl oder Gas betriebenen Heizsystemen. Vor allem im Hinblick auf die Zukunft, wenn der Anteil erneuerbarer Energien in der Stromproduktion immer größer wird, werden auch Wärmepumpen durch den „grünen Strom“ immer umweltfreundlicher.

 

 

 

 

 

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